Raddusch im Spreewald
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Der Spreewald - Geschichte und Gegenwart

Ochse pflügt Spreewald

Eine alte Sage berichtet: "Einst pflügte der Teufel die Spree. Er pflügte mit zwei schwarzen Ochsen und lautem Gebrüll. Das ging schwer, die Ochsen kamen nicht so richtig vom Fleck. Da nahm der Teufel seine Mütze und warf sie vor Wut nach den Ochsen. Die sprangen vor Schreck kreuz und quer - darum ist die Spree heute so krumm und stark verzweigt."

Das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald liegt im Land Brandenburg südlich von Berlin und ist eine uralte Natur- und Kulturlandschaft in der Niederlausitz (sorb.: luza; der Sumpf): 75 km lang und 16 km breit mit 970 km Fließgewässern, hier bei uns "Fließe" genannt, die die Spree in das Baruther Urstromtal gegraben hat. Er unterteilt sich in 4 Schutzzonen. Der Spreewald ist eine der faszinierendsten Niederungslandschaften Mitteleuropas, die von deutschen und slawischen Kultureinflüssen geprägt wurde. Lange Zeit konnten die verstreut liegenden Gehöfte nur mit dem Kahn erreicht werden und auch heute noch ist dies das gebräuchlichste Verkehrsmittel, wenn auch zunehmend mehr für die Touristen, die auf den schier endlosen Wasserwegen Ruhe und Entspannung suchen. 

Das Biosphärenreservat ist 475 qkm groß, es umfasst 130 qkm Wald, 115 qkm Ackerflächen, 176 qkm Grünland und 14 qkm Wasserfläche sowie 37 Gemeinden und 2 Städte, in denen 50 000 Menschen wohnen, ihrer ursprünglichen Abstammung nach Slawen (Sorben/Wenden) Unter Spreewälder finden Sie zahlreiche Biografien bedeutender Spreewälder der Gegenwart.

Der Spreewald weist eine reiche Tier- Pflanzenwelt auf. Mehr als 585 Pflanzen des Spreewaldes stehen auf der "Roten Liste" der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Wegen seiner geografischen Lage beherbergt er atlantische Pflanzen wie Königsfarn, Geißblatt und Sumpfsimse ebenso aber auch kontinentale Pflanzen wie Sand-Tragant und Blutroter Storchschnabel. Es wachsen auch Sumpf-Porst, Rosmarin-Heide, Sonnentau und Moosbeere. Im Spreewald zu Hause ist der See- und Fischadler, Kraniche, Schwarz- und Weißstorch, Eisvogel und Wiedehopf. Natur des Spreewalds

Eine umfangreiche Bildersammlung zu Landschaften, Tieren und Pflanzen finden Sie beim Bilderdienst Spreewald. Weitere Informationen und Tipps

 

Der Spreewald wurde oft von Naturkatastrophen heimgesucht, so z.B. von einer 10 Jahre anhaltenden Dürre (1790 - 1800) in der viele Brunnen versiegten und sogar Bäume vertrockneten. Hinzu kam 1791 noch eine große Feuersbrunst, die die Dörfer Leipe und Raddusch vernichtete. Im Gegensatz dazu standen die nahezu regelmäßigen Hochwässer, die Ernten vernichteten und die Menschen hungern ließen. Erst in den letzten Jahrzehnten ist es durch den Bau von Rückhaltebecken im Verlauf der Spree gelungen, die Hochwassergefahr zu beseitigen.

Vor etwa 1600 Jahren besiedelten Slawen das unwirtliche Sumpfgebiet, welches Jahrhunderte vorher von germanischen Stämmen aufgegeben wurde. Aus den von Osten her kommenden Slawen entwickelte sich das Volk der Sorben, auch Wenden genannt. Noch heute bekennen sich viele Spreewälder zu dieser ethnologischen Minderheit. Ihren Ausdruck findet das in der Sprache, der Brauchtumspflege und in den Trachten.

Zapust

Radduscher Trachtenumzug

 

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