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Radduscher im Krieg

1860

1860

In der Vetschauer wendisch-deutschen Kirche befindet sich im Eingangsportal eine Erinnerungstafel an die Toten der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71, darunter sind auch einige Raduscher: Karl Kloas, August Jaschin, Karl Jank

 

1. Weltkrieg:

Im 1. Weltkrieg (1914 - 1918) fielen 36 Radduscher:

Gustav Kuba
H. Lehmann
Gustav Kossmagk
Karl Kosel
Karl Parnack
Ernst Neuendorf
August Kossatz
Karl Rinka
Heinrich Netzker
Fritz Richter
Karl Richter
Friedrich Kuba
August Schneider
Herrmann Jänchen
August Noack
Friedrich Noack
Karl Gerrasch
Friedrich Nousch
August Selleng
Robert Wehlan
Heinrich Wetzk
Friedrich Jarick
Gustav Peth
H. Koschmann
August Kloas
August Jurisch
August Koch
Herrmann Albin
August Buchan
Max Psaar
Herrmann Jänchen
August Klauck
August Buchan
Paul Richter
Karl Hoppenz
Friedrich Koch
 
 
 
 

Zum Gedenken an die Gefallenen wurde durch Spenden das Kriegerdenkmal geschaffen und Anfang 1920 eingeweiht. Die Ehreneiche am Mahnmal wurde von Friedrich Beeß nachgepflanzt.

Kriegerdenkmal

Der Radduscher Ortsvorsteher Ulrich Lagemann bei einem Arbeisteinsatz am Kriegerdenkmal 2015

Für jeden Gefallenen des 1. Weltkrieges wurde um 1935 auf dem Dorfplatz eine Eiche gepflanzt, die Pflanzungen wurden 2008 ergänzt.

 

NS-Herrschaft/2. Weltkrieg

 

Von 1934 bis 1938 befindet sich in Raddusch ein Lager des Reichsarbeitsdienstes (RAD) mit 164 Arbeitsleuten. Vordringliche Aufgabe waren Eindeichungsarbeiten im Radduscher Spreewald und Mithilfe beim Autobahnbau. Das Lager bestand aus 8 Baracken am Groß-Lübbenauer Weg.

1942 werden sämtliche Schlitten und Skier über 1,10 m Länge für Kriegszwecke eingezogen.

Am 15.01.1942 wird ein polnischer Zwangsarbeiter von den Nazis auf dem Schwarzen Berg erhängt.

1944 stürzt hinter dem Friedhof auf dem Acker von Fritz Nousch ein Flugzeug der Luftwaffe ab, der Pilot kann sich retten.

Am 20.01.1945 erreichen erste Flüchtlinge aus dem Osten kommend die Gemeinde.

Am 17. und 18.04.1945 verschanzt sich eine Handvoll Volkssturmmänner an der Windmühle, um die anrückenden sowjetischen Truppen aufzuhalten. Doch es fällt kein Schuss...! (weiter)

18.04.1945: Sowjetische Truppen ziehen in Raddusch ein und lassen den Ort sofort evakuieren. Auf dem Schwarzen Berg werden Pak-Kanonen in Stellung gebracht und in Richtung Spreewald abgefeuert, da mon dort deutsche Truppen vermutete. Da keine Gegenwehr erfolgte, durften die Radduscher wieder in das Dorf zurückkehren.

Im Mai 1945 müssen im Ort immer mehr Flüchtlinge aufgenommen werden, kurzzeitig erhöht sich dadurch die Einwohnerzahl auf über 1500!

Der 2. Weltkrieg kostete der Gemeinde 38 Männer, die gefallen sind bzw. vermisst wurden:

Karl Koal (1)
Fritz Beeß (2)
Paul Koal (3)
August Gubatz
Paul Klinkmüller
Herrmann Gerz
Karl Jank
Max Neumann
Kurt Peter
Karl Nousch
Arno Knappe
Max Koschieder
Kurt Neubert
Heimz Fichtner
Herrmann Litsche
Herrmann Albien
Fritz Albien
Max Böttcher
Max Kossmagk
Fritz Noack
Fritz Kloas
Heinrich Kuba
Heinrich Krüger
Willi Verst
Willi Hanschkatz
Fritz Nippraschk
Erich Wetzk
Max Jänchen
Richard Gerz
Kurt Müller
Richard Koch
Richard Hirsch
Erich Hirsch
Gustav Schneider
Karl Schorradt
Herrmann Reschke
H. Leska
H. Papke
   
(1) verschollen Jan. 1945 Kurland
(2) gefallen am 05. Juni 1944 im Kriegseinsatz als Truppführer im RAD, in Marseille-Südfrankreich
(3) verstarb als Soldat der Wehrmacht im Kriegseinsatz am 02. Mai 1944 in Prag

Der Radduscher Fritz Koal war im 2. Weltkrieg Jagdflieger und überlebte mit viel Glück diesen wahnwitzigen Krieg und hat seine Erlebnisse selbst aufgeschrieben: Download (pdf)