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Die Geschichte der Dubkow-Mühle

Die Dubkow-Mühle liegt ca. 4 km von Raddusch entfernt an der Hauptspree und zählt zu den ältesten Gaststätten im Spreewald.

Dubkow-Mühle 1923
Ansichtskarte hinten
Ansichtskarte von 1923
Werbung 1923
1701
02.05.: Friedrich Casimir Graf zu Lynar beurkundet, dass der gewesenen Walkmüller zu Neu-Zauche, Meister Georg Schramm, in Dubkowa ("Dub", wendisch: die Eiche) an Stelle der bisherigen Wassermühle zu Raddusch eine andere Wassermühle aufbauen darf. Mahlpflichtig werden alle Einwohner aus Raddusch, Dlugy (Fleißdorf) und Naundorf. Gebaut wird mit Erlenholz, die Gründung erfolgt auf Eichenpfählen.
1714
Die Mühle wird für 150 Reichstaler an den Sohn Martin Schramm verkauft.
1721
Martin Schramm verstirbt, die Mühle soll zwangsversteigert werden, dazu kam es aber dank der wohl zahlreichen Bittgesuche der Witwe an die Grafschaft Lübbenau letztlich doch nicht.
1728
Johann George Schramm heiratet Maria Elisabeth Müller (verstorben 1734), die Stieftochter des wohl vermögenden Burger Müllers Mögel und übernimmt die Schuldenlasten in Höhe von 163 Talern.
1737
21.01.: Dem Müller wird das Brennen und Ausschenken von Branntwein gegen einen jährlichen Zins von 1 Reichstaler und 6 Groschen gestattet - die Geburtsstunde der Gastronomie in der Dubkow-Mühle!
1753
J.G. Schramm's Tochter Margareta heiratet den Matthäs Jarick, der auf Dubkow als Müller arbeitete.
1755
Matthäs Jarick übernimmt die Dubkow-Mühle
1773
Die Mühle geht auf einen Schwiegersohn Jaricks über: Johann Christian Lehmann, Müller aus Krieschow, der als 30-jähriger die 15-jährige Tochter Margareta Jarick heiratete.
1791
Die Mühle fällt wegen einer Eifersuchtsgeschichte einer Brandstiftung zum Opfer, könnte aber auch in die verheerenden Feuersbrünste, die in diesem Jahr in Raddusch und Leipe wüteten, hingezogen worden sein (siehe Gedicht von Marlene Jedro). Der Wiederaufbau erfolgt nun in einer Fachwerkskonstruktion.
1815
Christian Lehmann verstirbt, der Sohn Johann Carl Gottlieb erwirbt die Mühle für 2300 Taler.
1891
August Konzack, der spätere legendäre Besitzer der Gaststätte, wird in Naundorf b. Vetschau geboren.
1900
Die Mühle steht im Eigentum von Reinhold Kling und geht vor dem 1. Weltkrieg -vermutlich wegen Steuerschulden- auf den Provinzialverband Brandenburg über, der sie als inzwischen beliebte Ausflugsgaststätte immer wieder neu verpachtete.
1919
Das letzte Korn wird gemahlen, die Mühle als solches hört auf zu existieren.
um 1920
Die Mühlenpächterstochter Wilhelmine Grassow (verst. 1964) verheiratete sich mit August Konzack ("Onkel August", verst. 1974). Ihre Schwester Anna Grassow ("Tante Anna") unterstützt in den Folgejahren die Schankwirtschaft.
1922
01.04.: August Konzack pachtet die Mühle wegen der inflationären Geldentwertung für das "222-fache eines gebundenen Zentners Wiesenheu" als Jahrespacht.
1923
Umbauten in der Mühle: Das Wasserrad wird abgebaut, der frei gewordene Raum dient zukünftig Übernachtungsgästen. Zahlreiche weitere Umbauten durch die Fa. Weslau, Vetschau, im Wert von 930 Reichsmark folgen bis 1925. Die Gaststätte und Pension wurde 1924 eröffnet. Es wurden mehrere Werbeaktionen gestartet; aus dieser Zeit stammt wohl auch die Geschichte vom Ochsenfrosch, die die Besucher neugierig machen sollte.
1934
August Konzack kauft das Grundstück nebst Mühle für 15 000 Reichsmark.
1945
Bei Kriegsende lagern über 200 Flüchtlinge aus den Nachbardörfern, die vor der heranrückenden Front ausgewichen waren, an der Dubkow-Mühle. Gekocht wurde im Waschkessel des Schleusenwärterhauses.
1958
Die Mühle wird an das Stromnetz angeschlossen, der Anschluss an die Trinkwasserleitung erfolgte erst nach der Wende, bis dahin bekam die Mühle ihr Trinkwasser aus Tankwagen.
1960
Die Spree wird südwärts verlegt, ein 20 m breiter Grünstreifen entsteht.
1967
Der Gaststättenbetrieb wird wegen unhaltbarer hygienischer Zustände (Wasserentnahme nur aus Fließ) untersagt.
1969
Die Mühle erhält nun endlich auch einen Straßenanschluss, bis zu diesem Zeitpunkt war sie nur per Kahn bzw. per Fuß aus Richtung Raddusch oder Leipe erreichbar.
1975
Die inzwischen baufällig gewordenen Mühle wird gründlich umgebaut, ein Großneffe August Konzacks, Erich Konzack, übernimmt nach dessem Tod 1974 die Geschäfte.
1979
Ein verheerendes Hochwasser überschwemmt den ganzen Spreewald; die Gaststätte ragt nur noch wenige Zentimeter aus dem Wasser.
2005
Die Mühle/Gaststätte geht in den Besitz von Ilona Konzack, einer Tochter Erich Konzack's über.
2011
Buch "Die Dubkow-Mühle" von Peter Becker erscheint (Regia-Verlag Cottbus)

Dubkowmühle

Die Dubkow-Mühle ist wie eh und je eine beliebte Ausflugsgaststätte
Quellen: Die älteren Daten stammen aus der "Festschrift der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg zu ihrem hundertjährigem Bestehen" Hrsg. E. Henning und W. Vogel, Berlin 1984. Die jüngeren Daten sind das Ergebnis einer Befragung des vorletzten Besitzers, Erich Konzack, anlässlich des 270-jährigen Bestehens des Schankrechts im August 2007 sowie der Aktenfunde 2010 in der Dubkow-Mühle.